Die Bibliothekarin von Auschwitz

„Die Bibliothekarin von Auschwitz“

von Antonio Iturbe

Ein Ort des Schreckens. Acht Bücher, die alles ändern.

Meine Bewertung

 

 

Die Bibliothekarin von Auschwitz

Inhalt/Klappentext:

Im alles verschlingenden Morast des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau hat der Blockälteste Fredy Hirsch heimlich eine Schule aufgebaut. Ihr wertvollster Besitz sind acht alte, zerfallene Bücher. Fredy ernennt die 14-jährige Dita zur Bibliothekarin, sie soll die verbotenen Bände künftig verstecken und schützen. Dita, die schon früher Trost in Büchern gefunden hat, kümmert sich mit äußerster Hingabe um „ihre“ kleine Bibliothek. Und die Bücher geben zurück: Sie schenken Licht, wo nur Dunkelheit zu sein scheint, und bieten einen Anker, wo der Schmerz zu übermannen droht. Die Bücher begleiten Dita und die anderen Häftlinge durch die Zeiten der größten Verzweiflung, bis wieder ein neuer Hoffnungsschimmer zu erkennen ist.

Eine ergreifende Auschwitz-Geschichte über die Magie der Bücher, erzählt nach einer wahren Begebenheit.

 

Eigene Meinung:

 

„Die Nacht senkt sich über Auschwitz. In der Dunkelheit kommen weitere Züge an und bringen weitere Unschuldige, die zittern wie Espenlaub, und die rot schimmernden Schornsteine erzählen von den Öfen, die niemals ausgehen.“

Diese überaus bewegende und schockierende Geschichte der 14-jährigen Bibliothekarin Dita Adlerova hat mich außerordentlich bewegt. Oft musste ich dieses Buch aus der Hand legen und gewisse Passagen erst einmal sacken lassen. Antonio Iturbe hat eine ganz besondere und einfühlsame Art inne, seine Leser auf eine Reise, in eine der dunkelsten und grausamsten geschichtlichen Epochen mitzunehmen. Ich konnte die Kälte, den Hunger und all das Leid förmlich spüren und miterleben. Derartige Schicksale aus der Holocaust-Zeit zu lesen sind immer eine Herausforderung, denn man hat immer im Hinterkopf, dass das Geschehen auf Tatsachen beruht.

Zentraler Dreh- und Angelpunkt ist in dieser Geschichte ganz klar Dita und der Schutz und die Pflege der ihrer in Obhut gegebenen Bücher während ihres Aufenthaltes in Auschwitz.

„Die Bibliothek war tatsächlich nicht sehr umfangreich. Eigentlich bestand sie nur aus acht Büchern, und eins davon war in beklagenswertem Zustand. Aber es waren Bücher. An diesem trostlosen Ort, an dem sich die dunkelsten Seiten der Menschheit offenbarten, waren sie eine Erinnerung an weniger düstere und gnädigere Zeiten, in denen Worte mehr Gewicht hatten als Maschinengewehre“ (S. 40)

Des Weiteren enthält diese Erzählung aber auch unzählige weitere Einzelschicksale einiger Häftlinge in Ditas näherem Umfeld, sowie einiger Werdegänge ihrer Peiniger.  Zu einiger dieser Nebenrollen habe ich mich im Internet etwas schlau gemacht um deren Handlungen und Bestrebungen noch besser nachvollziehen zu können. Das hat dem Lesen und Erleben dieser Geschichte noch einmal deutlich mehr Intensität und Tiefe gegeben.

Bei derartigen Berichten ist es immer schwer zu sagen; man könne sich mit dieser oder jener Person identifizieren, oder gar ihre Handlungen in irgendeiner Art und Weise nachvollziehen, denn wer von uns Lesern der nachfolgenden Generationen kann auch nur im Ansatz behaupten, er hatte Ähnliches erlebt?! Folglich kann ich dazu nur behaupten, dass der Autor alle handelnden Personen mit einer deutlichen Portion Feingefühl und/oder dem nötigen Respekt gezeichnet hat.

Beeindruckend empfand ich den unerschütterlichen Überlebenswillen der Häftlinge während dieser unvorstellbar grausamen Zeit. Nicht selten musste ich mit den Tränen kämpfen, wenn aller Hoffnung zum Trotz das unabwendbare Schicksal zuschlug und geliebte Menschen den handelnden Personen im Buch entrissen wurden. Da ich hier nicht zu viel verraten möchte, halte ich bewusst darüber bedeckt, denn jeder Leser sollte diese Geschichte auf seine eigene Weise erleben dürfen.

Fazit:

Ein außerordentlich wichtiges und bedeutendes Werk, das in jedes Bücherregal gehört. Eine schonungslose und leidvolle Geschichte, mit der man sich aber durchaus einmal konfrontieren sollte.

„Wir dürfen nie die Hoffnung verlieren. Lass nicht zu, dass die Flamme erlischt! (S. 192)

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