Filmriss auf Immenhof
„Filmriss auf Immenhof“
von Karten Dusse , Heyne Verlag
Inhalt/Klappentext:
Trippel. Trappel. Tot.
Die Kriminalpsychologin Sophia, geschieden, zweifache Teenager-Mutter und gerade wieder frisch getrennt, schenkt sich zum 45. Geburtstag ein Wochenende auf dem Immenhof. Das zum Hotel umgebaute Landgut ist für sie der Inbegriff von heiler Welt und Geborgenheit ihrer Kindheitsfilme. Nach einer Retro-Party mit Pony-Romantik und Wodka Red Bull wacht sie am nächsten Morgen allerdings mit einem Filmriss neben der abgetrennten Hand ihres Ex-Freundes auf. Sie hat keine Ahnung, wer dafür verantwortlich ist – weiß aber, dass sie am Tag vorher noch den perfekten Plan hatte, ihren Ex ohne Spuren zu ermorden. Zwischen Kindheitsidyll und schlechtem Gewissen rekonstruiert sie die Nacht – und findet dabei überraschend zu sich selbst zurück.
„Filmriss auf Immenhof“ – Eigene Meinung:
„Filmriss auf Immenhof“ von Karsten Dusse hat bei mir vor allem zu Beginn genau das geschafft, was ich mir von diesem Buch erhofft hatte; Es hat mich bestens unterhalten. Der herrlich trockene, teilweise bissige Humor hat bei mir sofort funktioniert und erinnerte mich an genau jene Art von Wortwitz, die ich bereits aus Dusses „Achtsam morden“-Reihe kenne und sehr schätze.
Auch die Ausgangssituation fand ich ausgesprochen gelungen. Ein Filmriss, eine verlorene Nacht und natürlich die große Frage: Was ist eigentlich passiert? Das sorgte zunächst nicht nur für einige wirklich amüsante Situationen, sondern weckte auch meine Neugier. Ich wollte unbedingt herausfinden, wie sich die einzelnen Puzzleteile zusammensetzen und wohin die Geschichte letztendlich führt.
Leider konnte das Buch dieses Niveau für mich nicht bis zum Ende halten. Etwa ab der Hälfte zeichnete sich zunehmend ab, in welche Richtung die Auflösung gehen würde. Damit ging für mich ein großer Teil der anfänglichen Spannung verloren. Was zu Beginn noch herrlich chaotisch, überraschend und unterhaltsam wirkte, wurde zunehmend vorhersehbar und zog sich stellenweise sogar ein wenig.
Das fand ich besonders schade, denn grundsätzlich mochte ich die Idee und vor allem Dusses Humor wirklich gern. Einige Szenen und Dialoge konnten mich auch weiterhin zum Schmunzeln bringen. Für ein rundum überzeugendes Leseerlebnis fehlte mir in der zweiten Hälfte allerdings das gewisse Etwas. Vor allem eine Überraschung, mit der ich nicht bereits gerechnet hatte.
Fazit:
„Filmriss auf Immenhof“ startet herrlich humorvoll und mit einer Ausgangssituation, die sofort neugierig macht. Karsten Dusses trockener Wortwitz hat mich auch hier wieder bestens unterhalten. Leider verliert die Geschichte für mich ab der Hälfte deutlich an Spannung und wird zunehmend vorhersehbar. Unterhaltsam und kurzweilig, aber mit etwas verschenktem Potenzial.
Eure Nora

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