Düster
„Düster“
von Ivar Leon Menger , Dtv Verlag
Inhalt/Klappentext:
Stahl ermittelt wieder – es wird noch finsterer
Ein Grandhotel, eine Insel und ein Mord, der alles verändert
Auf der Nordseeinsel verschwindet eine junge Frau spurlos aus dem Grandhotel. Wenig später wird ihre Leiche am Leuchtturm aufgefunden, nackt, entstellt, mit fehlendem Auge.
Ein „Urlaub“, der keiner ist und weitere grausame Morde
Ein Fall für Ex-Kommissar Stahl, der zu seiner neuen Lebenspartnerin Geli in den Odenwald gezogen ist. Da sich Geli schon lange nach einer gemeinsamen Auszeit sehnt, tarnt er den Auftrag als Luxusurlaub. Doch statt romantischer Erholung erwarten ihn grausam zugerichtete Leichen.
„Düster“ – Eigene Meinung:
Nach „Finster“ war für mich sofort klar, dass ich auch den zweiten Fall rund um Ex-Kommissar Hans Jörg Stahl lesen würde. Das Wiedersehen mit einer Figur, die mir bereits im ersten Band ans Herz gewachsen ist, hat meine Vorfreude entsprechend groß werden lassen. Umso schöner war es, dass „Düster“ meine Erwartungen nicht nur erfüllt, sondern erneut übertroffen hat.
Ein neuer Ermittlungsfall für Ex-Kommissar Stahl, getarnt als gemeinsamer Erholungsurlaub mit Lebenspartnerin Geli, treibt ihn auf die (fiktive) Nordseeinsel Liekenoog. Dort verschwindet eine junge Angestellte aus dem hiesigen und angesehenen Grandhotel. Kurz darauf wird ihre grausam zugerichtete Leiche am Leuchtturm entdeckt. Gemeinsam mit dem noch unerfahrenen Inselkommissar Böhm beginnt Stahl die Suche nach einem Täter, der offenbar ebenso intelligent wie skrupellos vorgeht. Schon bald geraten zahlreiche Verdächtige in den Fokus der Ermittlungen und mit jeder neuen Erkenntnis wird deutlicher, dass hinter den Verbrechen weit mehr steckt, als zunächst angenommen.
Ivar Leon Menger versteht es erneut meisterhaft, seine Leser von der ersten Seite an in den Bann zu ziehen. Sein Schreibstil ist ausgesprochen flüssig, bildhaft und atmosphärisch. Die Handlung entwickelt einen Sog, der dafür sorgt, dass man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte.
Besonders gefallen hat mir erneut die Ermittlungsarbeit. Statt auf übertriebene Action setzt Menger auf Spannung, die sich kontinuierlich steigert. Als Leser sammelt man gemeinsam mit den Ermittlern Hinweise, entwickelt eigene Theorien und verwirft sie kurze Zeit später wieder. Ich war mehrfach überzeugt, den Täter entlarvt zu haben und wurde jedes Mal eines Besseren belehrt. Genau diese Unvorhersehbarkeit macht für mich einen richtig guten Thriller aus!
Auch die Figuren gehören wieder zu den großen Stärken seines Romans. Hans Jörg Stahl ist ein Protagonist, der Ecken und Kanten besitzt und dadurch ausgesprochen authentisch wirkt. Gleichzeitig erhalten auch die Nebenfiguren genügend Raum, um glaubwürdig und vielschichtig zu erscheinen. Dadurch entsteht nie der Eindruck einfacher Schwarz-Weiß-Zeichnungen, sondern eines komplexen Geflechts aus Persönlichkeiten und möglichen Motiven.
Ebenso überzeugend ist das Setting. Die raue Nordseeinsel mit ihrem Grandhotel, dem Leuchtturm und ihrer oft bedrückenden Atmosphäre bildet die perfekte Kulisse für diesen Thriller. Menger gelingt es, die Umgebung so plastisch zu beschreiben, dass sie sich beinahe wie eine weitere Figur innerhalb der Geschichte anfühlt.
Besonders beeindruckt hat mich erneut die Konstruktion der Handlung. Die Hinweise sind fair verteilt, ohne zu viel zu verraten, und die Geschichte bleibt bis zum Ende spannend. Wer gerne miträtselt, wird hier voll auf seine Kosten kommen. Außerdem sind die Kapitel angenehm kurz.
Mit „Düster“ beweist Ivar Leon Menger eindrucksvoll, dass Finster kein Zufallserfolg war. Der zweite Fall für Hans Jörg Stahl überzeugt mit einer dichten Atmosphäre, hervorragend ausgearbeiteten Figuren, einem intelligent aufgebauten Spannungsbogen und zahlreichen Wendungen, die mich immer wieder überrascht haben.
Fazit:
Wer atmosphärische Thriller mit starken Charakteren, spannender Ermittlungsarbeit und einer Geschichte sucht, die bis zur letzten Seite fesselt, sollte sich dieses Buch nicht entgehen lassen. Für mich war „Düster“ erneut ein absolutes Highlight und ohne jede Einschränkung eine klare Leseempfehlung!
Eure Nora

Previous Post
