Nobody´s Quest
„Nobody´s Quest“
von Alyssa Day , Cbj Verlag
Inhalt/Klappentext:
Cinderella meets Herr der Ringe
Seit hundert Jahren geht das Königreich Altarra dem Untergang entgegen. Die Kriegsgöttin Corvynne hat ein Land nach dem anderen erobert. Alle Prophezeiungen sagen dasselbe: Niemand kann sie besiegen.
Doch in ihrer Verzweiflung nimmt das nun eine Magierin wörtlich. Und wählt aus einer Gruppe ausgewiesener Niemande Soli aus – Waise, Dienerin der königlichen Bibliothek –, um an einer letzten verzweifelten Mission teilzunehmen. Mit auf diese abenteuerliche Quest ziehen ein Dieb ohne Ehre, ein Adliger ohne Vermögen, eine Zauberin ohne Magie, ein Soldat ohne Mut und ein schöner Prinz ohne Königreich.
Zusammen sind sie Altarras letzte Chance.
Doch vielleicht sind sie gemeinsam mächtiger, als sich irgendjemand vorstellen kann – einschließlich ihrer selbst …
„Nobody´s Quest“ – Eigene Meinung:
Mit „Nobody’s Quest“ liefert Alyssa Day eine unterhaltsame Fantasygeschichte, deren Grundidee mich von Anfang an neugierig gemacht hat. Eine Gruppe von absoluten „Niemanden“ soll ausgerechnet das schaffen, woran scheinbar alle anderen scheitern müssen und genau aus dieser ungewöhnlichen Ausgangslage entwickelt sich eine spannende Quest, die ich sehr gerne begleitet habe.
Besonders gefallen hat mir die bunt zusammengewürfelte Gruppe der Protagonisten. Ein Dieb ohne Ehre, ein Adliger ohne Vermögen, eine Zauberin ohne Magie, ein Soldat ohne Mut, ein Prinz ohne Königreich und mittendrin Soli, die als unscheinbare Waise und Dienerin der königlichen Bibliothek eigentlich so gar nicht nach klassischer Fantasyheldin klingt. Die Charaktere waren für mich alle gut greifbar und entwickelten schnell genug Persönlichkeit, dass ich Sympathien und Mitgefühl für sie aufbauen konnte. Gerade dieses Zusammenspiel der vermeintlichen Außenseiter trägt einen großen Teil der Geschichte.
Auch die Handlung selbst mochte ich sehr. Die Quest bleibt spannend, bietet Abenteuer und Gefahren und hat genau diese klassische Fantasy-Dynamik einer Gruppe, die gemeinsam gegen einen scheinbar übermächtigen Feind antreten muss. Gleichzeitig bringt Alyssa Day genügend eigene Ideen ein, sodass sich die Geschichte nicht wie eine bloße Aneinanderreihung bekannter Fantasy-Motive anfühlt.
Etwas zwiegespalten war ich allerdings bei der Liebesgeschichte. Grundsätzlich mag ich Romantasy und habe auch überhaupt nichts dagegen, wenn es dabei etwas spicy wird, ganz im Gegenteil. Was für mich hier jedoch nicht richtig funktioniert hat, war das beinahe permanente Anschmachten und Begehren der beiden Liebenden. Irgendwann war es mir schlicht zu viel und wirkte auf mich zunehmend überzogen und stellenweise sogar etwas plump.
Gerade bei einer guten romantischen Dynamik möchte ich dieses gewisse Kribbeln beim Lesen spüren. Bücher wie „Fourth Wing“ oder „Das Reich der sieben Höfe“ haben es bei mir geschafft, dass man sich gefühlt gleich ein bisschen mitverliebt. Genau dieses Gefühl wollte sich bei „Nobody’s Quest“ leider nicht einstellen. Statt mitzufiebern, war ich von den ständigen Gedanken darüber, wie unwiderstehlich die jeweils andere Person ist, irgendwann eher genervt. Die Chemie wurde mir zu sehr erklärt und zu wenig fühlbar gemacht.
Klammerte ich diesen Punkt jedoch aus, blieb für mich eine wirklich schöne und spannende Fantasygeschichte übrig, die mich mit ihrer Grundidee, ihrer Quest und vor allem ihrer ungewöhnlichen Heldin überzeugen konnte. Ich mochte Soli und ihre Gefährten, wollte wissen, wohin ihre Reise führt, und hatte trotz meiner Kritik an der Romance viel Freude beim Lesen.
Fazit:
„Nobody’s Quest“ ist eine spannende und unterhaltsame Fantasy-Quest mit einer tollen Grundidee und sympathischen Charakteren. Trotz meiner Kritik an der etwas überzogenen Romance hatte ich viel Freude mit der Geschichte.
Eure Nora

Previous Post
