Wie Familie nur besser
„Wie Familie, nur besser“
von Andrea Newerla , Kösel Verlag
Inhalt/Klappentext:
Andrea Newerla lädt uns in ihrem neuen Buch »Wie Familie, nur besser« dazu ein, die vertrauten, doch häufig auch dysfunktionalen Familienmodelle zu hinterfragen und alternative Wege des Miteinanders zu entdecken. Auf Basis ihrer langjährigen Forschung und Beratungspraxis, beleuchtet sie, wie wir Verbindlichkeit, Sicherheit und Geborgenheit außerhalb traditioneller Strukturen finden. Mit Best Practices und persönlichen Geschichten zeigt Newerla, wie gemeinsames wohnen, arbeiten, lieben und sorgen in neuen Konstellationen nicht nur funktionieren kann, sondern, wie wir es selbst aktiv und besser gestalten. Ein inspirierendes Buch für alle, die jenseits konventioneller Normen authentische und erfüllende Beziehungsmodelle suchen, die uns im Alltag Halt und Verlässlichkeit versprechen.
„Wie Familie, nur besser“ – Eigene Meinung:
In „Wie Familie, nur besser“ lädt Andrea Lewerla dazu ein, tradierte Vorstellungen von Familie und Zusammenleben bewusst zu hinterfragen. Im Zentrum steht die These, dass Verbindlichkeit, emotionale Sicherheit und soziale Geborgenheit nicht zwangsläufig an klassische Kernfamilien gebunden sind, sondern auch in alternativen Beziehungs- und Wohnmodellen entstehen können. Das Buch versteht sich dabei weniger als theoretisches Manifest, sondern als praxisnaher Impulsgeber für neue Formen des Miteinanders.
Auf Basis ihrer langjährigen Forschungs- und Beratungspraxis beleuchtet Lewerla unterschiedliche Modelle gemeinschaftlichen Lebens in Deutschland. Dazu zählen unter anderem gemeinschaftliche Wohnprojekte, Wahlfamilien oder sorgende Netzwerke jenseits romantischer Paarbeziehungen.
Zentral ist der Begriff der sozialen Verbindlichkeit, also das bewusste Eingehen von Verantwortung füreinander, unabhängig von biologischer Verwandtschaft.
Überzeugend war der Einsatz von „Best Practices“ und Fallbeispielen aus real existierenden Familiensystemen. Diese machen abstrakte Konzepte greifbar und zeigen sowohl Chancen als auch strukturelle und emotionale Herausforderungen alternativer Lebensformen auf, etwa in Bezug auf Konfliktmanagement, Verantwortungsverteilung oder rechtliche Rahmenbedingungen.
Das Buch ist angenehm und zugänglich geschrieben. Die Kapitel und Unterkapitel sind klar strukturiert, nicht überladen und thematisch sinnvoll gegliedert. Dadurch eignet sich das Werk auch für Leser, die sich dem Thema zunächst annähern möchten, ohne sich durch lange theoretische Abhandlungen arbeiten zu müssen.
Die Sprache bleibt sachlich, wertschätzend und motivierend, ohne missionarisch zu wirken.
Aus persönlicher Perspektive war das Buch nicht in allen Punkten passgenau für die eigene Lebenskonstellation. Dennoch liegt seine Stärke gerade darin, den Blick zu weiten: Es vermittelt einen fundierten Überblick darüber, welche Formen des Zusammenlebens in Deutschland bereits existieren und welche Möglichkeiten, aber auch Grenzen, diese mit sich bringen.
Besonders positiv hervorzuheben ist, dass alternative Modelle nicht idealisiert werden. Lewerla verschweigt weder organisatorische noch emotionale Herausforderungen und trägt so zu einer realistischen Erwartungshaltung bei. Genau diese Ausgewogenheit verleiht dem Buch Glaubwürdigkeit.
Fazit:
„Wie Familie, nur besser“ ist ein informatives, gut strukturiertes und inspirierendes Sachbuch für Leser, die offen sind, über klassische Familienmodelle hinauszudenken. Auch wenn nicht jede dargestellte Lebensform für jede persönliche Situation geeignet ist, bietet das Buch wertvolle Impulse, Denkanstöße und konkrete Beispiele für vielfältige Formen des Zusammenlebens.
Insgesamt ergibt sich daraus eine klare Bewertung von 4 von 5 Sternen.
Eure Nora

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