I was a Teenage Slasher

„I was a Teenage Slasher“

von Stephen Graham Jones , Buchheim Verlag

Meine Bewertung


Inhalt/Klappentext:

Lamesa, Texas, Juli 1989.
Eine kleine Stadt im Westen von Texas, die von Öl und Baumwolle lebt – und ein Ort, an dem jeder über jeden Bescheid weiß.
Außer über den siebzehnjährigen Tolly Driver und seine beste Freundin Amber. Sie sind nicht in der Marching Band, sie sind auch in keinem anderen Klub – sie zählen einfach nicht. Amber ist die einzige indigene Schülerin und Tolly nur aufgrund des Todes seines Vaters überhaupt auf dem Radar.

Es ist der Sommer vor ihrem Abschlussjahr.
Es ist der Sommer, in dem sich für Tolly, für Amber – für ganz Lamesa, Texas – alles verändert: Die Leichen werden sich stapeln und für ein paar unerträglich heiße Tage werden Tolly und Amber berühmt sein … und endlich wird jeder ihre Namen kennen.

„I was a Teenage Slasher“ – Eigene Meinung:

Mit „I Was a Teenage Slasher“ legt Stephen Graham Jones einen Roman vor, der auf den ersten Blick klassische Slasher-Erwartungen bedient und sie im selben Atemzug konsequent unterläuft. Angesiedelt im texanischen Lamesa im Sommer 1989 erzählt das Buch von Außenseitertum, sozialer Unsichtbarkeit und eruptiver Gewalt. Dass der Roman Teil der renommierten Reihe „CEMETERY DANCE GERMANY“ ist, signiert vorliegt und mit Illustrationen von Vincent Sammy ergänzt wird, unterstreicht seinen Sammler- und Liebhaberwert.

Im Zentrum stehen Tolly Driver und seine beste Freundin Amber, zwei Jugendliche, die am Rand der sozialen Ordnung existieren. Jones zeichnet ein präzises Bild einer Kleinstadt, in der Herkunft, Zugehörigkeit und Sichtbarkeit über Lebenswege entscheiden. Besonders hervorzuheben ist Ambers Rolle als einzige indigene Schülerin: Identität, strukturelle Ausgrenzung und stille Gewalt sind keine Nebenthemen, sondern integraler Bestandteil der Erzählung.

Der Clou des Romans liegt in der Erzählperspektive: Jones lässt den Mörder selbst sprechen. Damit wird das Slasher-Genre nicht nur zitiert, sondern seziert. Gewalt ist präsent, explizit und stellenweise schockierend, aber nie Selbstzweck. Sie dient als Spiegel gesellschaftlicher Mechanismen, die Menschen systematisch an den Rand drängen.

„I Was a Teenage Slasher“ ist kein gefälliger Horrorroman, sondern ein kluger, unbequemer und zugleich enorm unterhaltsamer Text. Stephen Graham Jones beweist, dass er das Genre nicht nur beherrscht, sondern weiterdenkt. Besonders beeindruckend ist die Verbindung aus persönlicher Erfahrung, sozialem Kommentar und genretypischer „Exzesshaftigkeit“. Ein Buch, das Spaß macht und dennoch lange nachwirkt.

Fazit:

Dieser Roman ist Slasher, Sozialstudie und Coming-of-Age-Erzählung in einem. Er zeigt, wie Horror genutzt werden kann, um über Ungerechtigkeit, Ausgrenzung und Sichtbarkeit zu sprechen, ohne an Spannung zu verlieren. Für Leser, die mehr wollen als bloße Schockeffekte, ist dieses Buch eine klare Empfehlung.

Eure Nora

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.