King Sorrow 1
„King Sorrow Bd. 1“
von Joe Hill , Heyne Verlag
Inhalt/Klappentext:
Das renommierte Rackham College in Maine: Als Vorzeigestudent Arthur Oakes und seine Freunde in einem alten okkulten Text aus der Universitätsbibliothek ein Ritual entdecken, mit dem man angeblich einen Drachen beschwören kann, beschließen sie in einer rauschhaften Silvesternacht, die Probe aufs Exempel zu machen. Was als Spiel beginnt, wird schon bald zum Albtraum: Eine uralte und mächtige Wesenheit erwacht. Und sie ist hungrig…
„King Sorrow Bd. 1“ – Eigene Meinung:
Manche Geschichten fühlen sich beim Lesen an, als würde man gemeinsam mit den Figuren eine verbotene Tür öffnen, wohl wissend, dass sich dahinter nichts Gutes verbergen kann. „King Sorrow“ entfaltet genau diese Art von düsterer, faszinierender Sogwirkung.
Am renommierten Rackham College in Maine entdecken Arthur Oakes und seine Freunde in den Tiefen der Universitätsbibliothek einen uralten okkulten Text. In einer ausgelassenen Silvesternacht beschließen sie, ein Ritual auszuprobieren, mit dem angeblich ein Drache beschworen werden kann. Was zunächst nach jugendlichem Leichtsinn klingt, kippt jedoch schnell in etwas wesentlich Dunkleres und Bedrohlicheres. Ab diesem Punkt zieht die Geschichte das Tempo immer weiter an und entwickelt eine intensive, beinahe beklemmende Atmosphäre.
Ich war von der ersten bis zur letzten Seite vollkommen gefesselt. Joe Hill beherrscht diese besondere Kunst, Spannung langsam und kontrolliert eskalieren zu lassen, bis man das Buch kaum noch aus der Hand legen möchte. Dabei lebt die Geschichte nicht nur vom Horror oder den mystischen Elementen, sondern vor allem von ihren Figuren.
Die Charaktere wirken unglaublich authentisch und greifbar. Jede Figur besitzt ihre eigene Dynamik, eigene Schwächen und eigene Konflikte. Dadurch fiel es mir sehr leicht, mich in die Gruppe hineinzuversetzen und emotional mitzufiebern. Besonders gelungen fand ich außerdem die bildhaften Umgebungsbeschreibungen. Das College, die winterliche Stimmung und die immer düsterer werdende Atmosphäre liefen beim Lesen wie ein Film vor meinem inneren Auge ab.
Natürlich kommt man bei Joe Hill kaum um Vergleiche mit seinem Vater Stephen King herum. Und ja, gewisse Vibes, insbesondere dieses Talent für Atmosphäre und zwischenmenschliche Dynamiken, erinnern durchaus daran. Trotzdem besitzt Joe Hill längst eine eigene erzählerische Handschrift. Ihn lediglich als „Stephen Kings Sohn“ oder gar als Kopie zu bezeichnen, würde seinem Stil absolut nicht gerecht werden.
Für mich ist „King Sorrow – Band 1“ ein grandioser Auftakt voller düsterer Magie, unterschwelliger Bedrohung und großartig geschriebener Figuren. Jetzt heißt es nur noch: sehnsüchtig auf Band 2 warten. Und ehrlich gesagt? Der Sommer kann in diesem Fall gar nicht schnell genug kommen.
Fazit:
Ein atmosphärischer, intelligenter und unglaublich fesselnder Horrorroman, der Lust auf deutlich mehr macht und definitiv eines meiner bisherigen Jahreshighlights.
Eure Nora

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